To prevent automated spam submissions leave this field empty.

von Jürgen Löhle

Für Rennrad-Fahrer: Die 3 besten Anstiege auf Mallorca

Eindrucksvolle Pässe gibt es auch bei uns auf Mallorca. Sie können lang sein oder kurz, brutal oder machbar, landschaftlich lieblich oder kantig herb. Wir stellen euch drei Geheimtipps vor: Es Verger, Ermita de Betlem und Port d'es Canoge warten darauf, euch kennenzulernen.

Rad-Touren

 

Treten, atmen, treten, atmen. Die Beine brennen, das Herz klopft im Hals, die Straße will einfach nicht flacher werden. Noch eine Kehre, dann noch eine und wieder eine. Pässe fahren ist das ultimative Radler-Mantra. Manchmal tut es weh, aber wenn du deinen Rhythmus aus Atmen und Treten gefunden hast, dann macht es dich glücklich. Und oben am Ziel wird der Blick weit und die Seele leicht. Geschafft, wieder mal, geil.

 

Es Verger – einfach nur schrecklich 

450Hm - 6km - max. 20% 

 

Dieser Anstieg wird dich fordern, das ist sicher. Von Calvià geht es zunächst über eine unscheinbare kleine Brücke. Wir rollen ein einsames Tal entlang, die Straße steigt leicht an, alles kein Problem. Ganz ähnlich wie die ersten Kilometer von Bedoin aus auf den Mont Ventoux. 

Wer jetzt aber zu viel Druck aufs Pedal gibt, der büßt. Es wird steiler, erst noch gemächlich, dann immer mehr. Bis zu 20 Prozent erreicht die Steigung – und das in Wellen, die einem zuerst flacheres Terrain vorgaukeln, nur um dann noch steiler zu werden. Einfach nur schrecklich.

Zu allem Überfluss wird der Straßenbelag immer schlechter. Wer auf diesem Ritt nicht mindestens einmal denkt „Warum um Himmels Willen mache ich das?“, muss schon ein verdammt zäher Hund sein. Oben geht es dann rechts Richtung Esporles wieder hinunter. Die letzten Kilometer laufen dann wieder und entschädigen für die Schinderei. 

Insider-Wissen: Es Verger zählt mit einer Passhöhe von 550 Metern tatsächlich zu den höchsten Anstiegen auf Mallorca! Wer sich nach der Schinderei belohnen möchte, kann in der Streusiedlung Es Verger im gleichnamigen Restaurant einkehren. Einige Wanderpfade führen dorthin. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen. 

 

Ermita de Betlem – der Schönling 

317Hm- 8,5km - max. 10% 

 

ERMITA de BETLEM

 

Wir starten in Artà. Die Route führt zunächst hinunter in ein Tal, anschließend steigt der Weg kurz steil an, ehe wir wieder nach unten rollen. Nach einem flachen Kilometer schlängeln wir uns über Serpentinen mit mäßiger Steigung zu einem Hochplateau. 

Geschafft! Von hier fällt der Blick auf das Cap Farrutx und die Bucht von Alcúdia: eine wunderbare Aussicht. Wir rollen über Serpentinen wieder hinunter bis zum Kloster Ermita de Betlem, einem ruhigen stimmungsvollen Ort. 

Insider-Wissen: Die Einsiedelei ist seit 2010 unbewohnt, altersbedingt sind die Mönche damals in die Einsiedelei Santíssima Trinitat, ganz in de Nähe von Valldemossa, umgezogen. Nachfolger fanden sie leider keine. Die Statue des „Christus der Agonie“ wird von den Einwohnern Artàs sehr verehrt und ist zu jedem 1. Mai das Ziel einer Wallfahrt.

 

Port d’es Canoge – unbekannt & unscheinbar

330Hm - 4,6km - max. 19%

 

PORT d’es CANOGE

 

Wir starten vom Col de Claret, biegen ein in die Küstenstraße Richtung Banyalbufar. Bald geht es rechts ab nach Port d’es Canoge. Nach ein paar Fahrminuten schlängelt sich die Straße hinunter zu einer Bucht. Hier ist wirklich nicht viel los: Das alte Fischerdorf im Südwesten Mallorcas liegt abseits der Tourirouten. Aber allein der kleine Strand mit dem glasklaren Wasser ist den Abstecher wert. 

Zur Einkehr gibt es sogar zwei kleine Restaurants. Die Straße ist sehr eng und kurvenreich, aber so gut wie nicht befahren, auch nicht von Radlern. Der Aufstieg zurück macht Laune, weil er nicht besonders schwer ist. Es geht gleichmäßig dahin, moderate Prozente, Zeit, ein wenig in sich zu gehen. Ein Abstecher für alle, die es gerne etwas ruhiger haben. 

Insider-Wissen: Das Dorf Port d’es Canoge zählt nicht mal 100 Einwohner, einige Mallorquiner haben dort ihr Feriendomizil. Die meisten der wenigen ständigen Bewohner sind Fischer. Auffällig an der kleinen Bucht sind die roten Felsen, die bis ins Wasser reichen: Buntsandstein, eine Seltenheit auf Mallorca.